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Die VAE zum Erwerb der Abschlüsse der Berufsausbildung und des Sekundarunterrichts

Die Validierung des nichtformalen und informellen Lernens (VAE) ermöglicht die Anerkennung der Erfahrung mit dem Ziel, einen der folgenden Abschlüsse zu erwerben:

  • Berufsbefähigungszeugnis (Certificat de capacité professionnelle - CCP)
  • Beruflicher Eignungsnachweis (Diplôme d'aptitude professionnelle - DAP)
  • Techniker-Diplom (Diplôme de technicien - DT)
  • Abschlusszeugnis des allgemeinen Sekundarunterrichts (Fachabitur)
  • Meisterbrief im Handwerk
Die VAE richtet sich an alle Erwerbsfähigen, unabhängig von Alter, Bildungsstand oder beruflicher Situation. Unerlässliche Voraussetzung hierfür ist die mindestens dreijährige (d. h. 5.000 Stunden) unterbrochene oder ununterbrochene Ausübung einer entgeltlichen, unentgeltlichen oder ehrenamtlichen Tätigkeit mit direktem Bezug zum beantragten Nachweis.

Ermittlung der der Erfahrung entsprechenden Qualifikation

Um zu wissen, welche Qualifikation seiner Erfahrung entsprechen könnte, kann der Bewerber:

1. die Unterstützung der VAE-Stelle des Ministeriums für Bildung, Kinder und Jugend in Anspruch nehmen, die über die verfügbaren Abschlüsse informiert. Außerdem kann eine Berufsberatung bei der SFA (Abteilung für Erwachsenenbildung) in Anspruch genommen werden. Die SFA bietet eine Beratung für die Bewerber an und ist dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr und montags von 13 bis 17 Uhr am Schalter des Beratungsbereichs im Haus der Orientierung (Maison de l'orientation - 29, rue Aldringen) zu finden. Die Berater sind auch telefonisch unter der Nummer +352 247 65181 oder per E-Mail an sfa@men.lu erreichbar.

2. sich an die Handelskammer und an die Arbeitnehmerkammer wenden;

3. sich auf der Website "Horaires et programmes" über die Lehrpläne der Ausbildungen erkundigen:

  • für das CCP, den DAP und das DT unter diesem Link. Anschließend CCP, DAP oder DT und das gewünschte Handwerk bzw. den gewünschten Beruf auswählen. 
  • für das Abschlusszeugnis des allgemeinen Sekundarunterrichts unter folgendem Link und dann auf "Enseignement secondaire général" in der Rubrik "Classes supérieures" klicken. Anschließend das gewünschte Diplom auswählen.

4. für den Meisterbrief sich auf der Internetseite der Handwerkskammer erkundigen.

Wissenswert

  • Welche Sprachen muss man können?
    Man muss die Sprachen aus dem Rahmenlehrplan des angestrebten Diploms können. Beim Meisterbrief hat der Bewerber die Wahl zwischen Deutsch und Französisch.
  • Liste der Berufe und Handwerke für die Diplome/Zeugnisse CCP, DAP und DT
    Die Liste der Berufe und Handwerke, die im Rahmen der Berufsausbildung angeboten werden, wird jedes Jahr im Juli per großherzoglicher Verordnung aktualisiert. In der Rubrik 'Diplom finden' in der rechten Spalte können Sie sich die CCP, DAP und DT anzeigen lassen.
  • Liste der Handwerke für den Meisterbrief
    Die Liste der Handwerke für den Meisterbrief wird jedes Jahr im Juli per großherzoglicher Verordnung aktualisiert. In der Rubrik "Diplom finden" in der rechten Spalte können Sie sich die Meisterbriefe auf der Website der Handwerkskammer anzeigen lassen.
  • Grenzüberschreitende Ausbildung
    Ein VAE-Antrag kann nur für einen Beruf/ein Handwerk gestellt werden, für den/das es einen Ausbildungsplan gibt. Die über eine grenzüberschreitende Ausbildung erworbenen Diplome sind von der VAE ausgeschlossen.


Vorgehensweise

Die VAE besteht aus zwei Phasen:

  • Antrag auf Zulassung (15% des Verfahrens): 1. Phase des Validierungsverfahrens
  • Antrag auf grundsätzliche Anerkennung (85% des Verfahrens): 2. Phase des Validierungsverfahrens

Schema der einzelnen Schritte des Verfahrens. Vom Antrag auf Zulassung bis hin zum Erhalt der Validierung.

Der Antrag auf Validierung des nichtformalen und informellen Lernens kann über MyGuichet.lu auch vollständig online eingereicht werden.

Dynamische Fragebögen (derzeit nur auf Französisch verfügbar) führen den Benutzer durch die zwei Phasen des Verfahrens: Antrag auf Zulassung und anschließend Antrag auf grundsätzliche Anerkennung.

Die erforderlichen Dokumente und Nachweise können direkt über die Anwendung MyGuichet.lu hochgeladen werden.

Die Formulare in Papierform sind ebenfalls noch erhältlich und können auf der Website www.vae.men.lu in der Rubrik "Formulare" heruntergeladen werden. Die ausgefüllten Formulare sind per Post (Einschreiben) an die VAE-Stelle zu schicken oder persönlich dort abzugeben.

Unterstützung

Das Ministerium für Bildung, Kinder und Jugend bietet Bewerbern, die einen Antrag auf Validierung des nichtformalen und informellen Lernens einreichen wollen, Unterstützung an.

Ziel dieser Unterstützung ist es, dem Bewerber bei der Erstellung seines Antrags auf grundsätzliche Anerkennung eine methodische Orientierung zu geben. Sie kann folgende Formen annehmen:

  • vom Ministerium veranstalteter gemeinsamer Workshop,
  • ein oder mehrere individuelle Gespräche mit dem Betreuer.
  • Die Unterstützung wird wärmstens empfohlen und kann auf Französisch, Deutsch und Luxemburgisch erteilt werden.

Die Etappen der dem Bewerber angebotenen Unterstützung sind folgende:

  • dem Bewerber eine methodische Orientierung geben,
  • den Bewerber über den Rahmenlehrplan des angestrebten Abschlusses informieren,
  • den Bewerber bei der Erstellung seiner Akte für die Validierungskommission entsprechend seiner Berufserfahrung und/oder seiner außerberuflichen Erfahrung anleiten, unterstützen und beraten.

Frist für die Beantragung einer Unterstützung

Binnen eines Monats nach Erhalt der Mitteilung über die Annahme des Antrags auf Zulassung schicken Sie Ihren Antrag auf Unterstützung durch einen Betreuer an das Ministerium.

Ein solcher Antrag kann nach Einreichung der 1. Akte bei der VAE-Stelle gestellt werden.

Antrag auf Zulassung

1. Phase des Validierungsverfahrens

Der Bewerber muss einen Antrag auf Zulassung ausfüllen und genau angeben, welches Diplom mittels der VAE angestrebt wird.

In seinem Antrag auf Zulassung muss der Bewerber ferner Angaben zu seiner Erfahrung und seinem Bildungs- und Ausbildungsweg machen. Ausgehend von diesen Informationen und den Nachweisen prüft das Ministerium, ob diese einen Anspruch auf die VAE begründen und ob der Antrag zulässig ist.

Verwaltungsunterlagen: dem Antrag auf Zulassung beizufügende Nachweise (Kopien)

  • Offizielle Nachweise (Arbeitszeugnisse usw.)
  • Eidesstattliche Erklärung
  • Überweisung in Höhe von 25€
  • Identitätsnachweis
  • Sozialversicherungsnachweis(e) (CCSS)
  • Zeugnisse/Diplome über die Erstausbildung/berufliche Weiterbildung
  • Unterzeichneter Datenschutzhinweis

Für die Einreichung des Antrags auf Zulassung gibt es keine Frist.

Per Post eingereichte Anträge sind per Einschreiben zu schicken.

Der Antrag auf Zulassung (derzeit nur auf Französisch verfügbar) kann online über MyGuichet.lu gestellt werden.

Antrag auf grundsätzliche Anerkennung

2. Phase des Validierungsverfahrens

Wenn der Antrag auf Zulassung angenommen wird, muss der Bewerber den Antrag auf grundsätzliche Anerkennung ausfüllen. Der entsprechende Beschluss gilt für zwei Validierungszeiträume.

Beispiel

Sie reichen Ihren Antrag auf Zulassung im Januar 2022 ein. Wird Ihrem Antrag stattgegeben, können Sie Ihren Antrag auf grundsätzliche Anerkennung zu folgenden Terminen einreichen:
  •     entweder für den 31. Juli 2022 (Validierungszeitraum Oktober-November 2022)
  •     oder für den 28. Februar 2023 (Validierungszeitraum Mai-Juni 2023).
Diese Daten müssen Sie zwingend einhalten. Der Poststempel ist maßgebend.


Die Validierungskommissionen treten zweimal jährlich zusammen.

Die zuständige Behörde übermittelt Ihnen die Entscheidung spätestens einen Monat, nachdem sie selbst von der Validierungskommission darüber in Kenntnis gesetzt wurde.

In seinem Antrag auf grundsätzliche Anerkennung muss der Bewerber die Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen mit direktem Bezug zu dem angestrebten Diplom ausführlich beschreiben und konkrete Beispiele für die ausgeführten Aufgaben nennen.

Antrag auf grundsätzliche Anerkennung: erforderliche Informationen

  • Eidesstattliche Erklärung
  • Beschreibung des Werdegangs
  • Beschreibung der Beschäftigungen
  • Beschreibung der Tätigkeiten
  • Anhänge
  • Kopie der Entscheidung über die Zulassung
  • Optional: Lebenslauf und Zeugnisse/Diplome über die Erstausbildung/berufliche Weiterbildung

Per Post eingereichte Anträge sind per Einschreiben zu schicken.
Der Poststempel ist maßgeblich.

Der Antrag auf Zulassung (derzeit nur auf Französisch verfügbar) kann online über MyGuichet.lu gestellt werden.

Die Unterlagen werden den Mitgliedern der Validierungskommission zwecks Analyse vorgelegt. Die Kommission vergleicht die erworbenen Kompetenzen des Bewerbers mit denjenigen, die für den Erhalt des Diploms verlangt werden.

Bezug nehmend auf die vom Bewerber zusammengestellten Unterlagen spricht sich die Validierungskommission zum Grad der Validierung aus:

  • keine Validierung,
  • Teilanerkennung,
  • vollständige Validierung.

Gegebenenfalls können auf Veranlassung der Kommission nach der Prüfung der Unterlagen ein Gespräch oder eine reale bzw. nachgestellte Praxisübung erfolgen. Der Bewerber hat im Falle einer Ablehnung die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen (innerhalb von 3 Monaten nach Zustellung der Entscheidung der Kommission). Bei der Teilanerkennung bleiben dem Bewerber drei Jahre Zeit, um die fehlenden Kompetenzen durch Weiterbildung oder zusätzliche Berufserfahrung zu erwerben.

Beispiel

Marc ist Mechaniker und möchte den Familienbetrieb übernehmen.

Marc (33) ist Inhaber eines beruflichen Eignungsnachweises (DAP) als Auto- und Motorradmechaniker und arbeitet seit 13 Jahren als Mechaniker in der Werkstatt seines Onkels. Er hilft bei der täglichen Geschäftsführung des Unternehmens.

Da er den Betrieb eines Tages übernehmen möchte, informiert sich Marc beim Ministerium für Bildung, Kinder und Jugend über die Möglichkeit, einen Meisterbrief als Kfz-Mechatroniker zu erwerben. Das Ministerium antwortet ihm, dass er aufgrund seiner Berufserfahrung einen Antrag auf Validierung des nichtformalen und informellen Lernens für den Meisterbrief stellen kann.

Dieser Antrag läuft in zwei Etappen ab. Zuerst reicht Marc beim Ministerium einen Antrag auf Zulassung ein, dem er die erforderlichen Nachweise beilegt und in dem er den angestrebten Meisterbrief angibt. Nachdem diesem Antrag stattgegeben wurde, reicht er seinen Antrag auf grundsätzliche Anerkennung ein. Mit diesem Antrag erbringt er den Nachweis, dass er die für den angestrebten Meisterbrief erforderlichen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kompetenzen in Sachen Arbeits- und Sozialrecht, Unternehmensrecht, Lohnabrechnung, Buchhaltungs- und Finanzanalysemechanismen, Berechnung des Selbstkostenpreises, Kommunikationstechniken, Personalführung, Unternehmensführung, Unternehmensgründung, Reform der Berufsausbildung, angewandte Pädagogik sowie Theorie und Berufspraxis des betreffenden Handwerks erworben hat.

Die Validierung des nichtformalen und informellen Lernens wird ihm nur teilweise bewilligt, da die Validierungskommission seine Kompetenzen in Sachen Lohnabrechnung, Buchhaltungs- und Finanzanalysemechanismen sowie Berechnung des Selbstkostenpreises für unvollständig erachtet. Marc beschließt, Abendkurse in diesen Fächern zu belegen. Er hat 3 Jahre Zeit, um die fehlenden Kompetenzen zu erwerben.

Letzte Aktualisierung - 21.03.2022
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