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Die VAE zum Erwerb der Abschlusszeugnisse des technischen Sekundarunterrichts und des Meisterbriefs

Die Validierung des nichtformalen und informellen Lernens oder VAE ermöglicht die Anerkennung der Erfahrung mit dem Ziel des vollständigen oder teilweisen Erwerbs eines der folgenden Diplome:

  • eines der Abschlusszeugnisse des technischen Sekundarunterrichts:
    • Berufsbefähigungszeugnis (CCP)
    • Beruflicher Eignungsnachweis - DAP
    • Techniker-Diplom (Diplôme de technicien - DT)
    • Technisches Abitur (Diplôme de fin d'études secondaires techniques)
  • einen Meisterbrief im Handwerk

Die VAE richtet sich an alle Erwerbsfähigen, unabhängig von Alter, Bildungsstand oder beruflicher Situation. Unerlässliche Voraussetzung hierfür ist die mindestens dreijährige (d. h. 5 000 Stunden) unterbrochene oder ununterbrochene Ausübung einer entgeltlichen, unentgeltlichen oder ehrenamtlichen Tätigkeit mit direktem Bezug zum beantragten Nachweis.

Um das seiner Erfahrung entsprechende Diplom zu ermitteln, kann der Bewerber sich an die VAE-Abteilung des Ministeriums für Bildung, Kinder und Jugend (Ministère de l'Education nationale, de l'Enfance et de la Jeunesse - MENJE) wenden oder die Übersicht der Stundenpläne und Programme des technischen Sekundarunterrichts und der Berufsausbildung einsehen.
Im Hinblick auf den Meisterbrief kann er sich auf der Internetseite der Handwerkskammer (Chambre des Métiers) erkundigen.

Er kann sich ferner bei der Handelskammer (Chambre de Commerce) und der
Arbeitnehmerkammer (Chambre des Salariés) informieren.

Wissenswert

Die Liste der Berufe und Handwerke, die im Rahmen der Berufsausbildung angeboten werden, sowie die Liste der Handwerke für den Meisterbrief werden jedes Jahr im Juli per Verordnung aktualisiert. In der Rubrik „Diplom benennen“ in der rechten Spalte können Sie die aktualisierten Listen einsehen.

Ein VAE-Antrag kann nur für einen Beruf/ein Handwerk gestellt werden, das als Ausbildung angeboten wird. Die über eine grenzüberschreitende Ausbildung erworbenen Diplome (apprentissage transfrontalier- TRF) sind von der VAE ausgeschlossen.


Vorgehensweise

Der Bewerber muss seine Unterlagen im Hinblick auf die Validierung in 2 Phasen zusammenstellen:

  • Antrag auf Zulassung: 1. Phase des Validierungsverfahrens
  • Antrag auf grundsätzliche Anerkennung: 2. Phase des Validierungsverfahrens.


Ablauf des VAE-Verfahrens zum Erwerb der Abschlusszeugnisse des technischen Sekundarunterrichts und des Meisterbriefs


    Antrag auf Zulassung

    1. Phase des Validierungsverfahrens

    Der Bewerber muss einen Antrag auf Zulassung ausfüllen und genau angeben, welches Diplom mittels der VAE angestrebt wird.

    In seinem Antrag auf Zulassung muss der Bewerber ferner Angaben zu seiner Erfahrung und seinem Bildungs- und Ausbildungsweg machen. Ausgehend von diesen Informationen und den Nachweisen prüft das Ministerium, ob diese einen Anspruch auf die VAE begründen und ob der Antrag zulässig ist.

    Für die Einreichung des Antrags auf Zulassung gibt es keine Frist.

    Antrag auf grundsätzliche Anerkennung

    2. Phase des Validierungsverfahrens

    Wenn der Antrag auf Zulassung angenommen wird, muss der Bewerber den Antrag auf grundsätzliche Anerkennung ausfüllen. Der entsprechende Beschluss gilt für zwei Validierungszeiträume.

    Beispiel

    Sie reichen Ihren Antrag auf Zulassung im August 2016 ein. Wird Ihrem Antrag stattgegeben, können Sie Ihren Antrag auf grundsätzliche Anerkennung zu folgenden Terminen einreichen:
    • entweder für den 29. Februar 2017 (Validierungszeitraum Mai-Juni 2017)
    • oder für den 31. Juli 2017 (Validierungszeitraum Oktober-November 2017)
    Diese Daten müssen Sie zwingend einhalten. Der Poststempel ist maßgebend.


    Die Validierungskommissionen treten zweimal jährlich zusammen.

    Die zuständige Behörde übermittelt Ihnen die Entscheidung spätestens einen Monat, nachdem sie selbst von der Validierungskommission darüber in Kenntnis gesetzt wurde.

    In seinem Antrag auf grundsätzliche Anerkennung muss der Bewerber die Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen mit direktem Bezug zu dem angestrebten Abschluss ausführlich beschreiben und Beispiele für konkrete ausgeführte Aufgaben anführen. Die Akte wird den Mitgliedern der Validierungskommission zur Beurteilung vorgelegt. Die Kommission vergleicht die erworbenen Kompetenzen mit den für die Erlangung des Abschlusses verlangten Anforderungen.

    Bezug nehmend auf die vom Bewerber zusammengestellten Unterlagen spricht sich die Validierungskommission zum Grad der Validierung aus:

    • keine Validierung,
    • Teilvalidierung,
    • vollständige Validierung.

    Gegebenenfalls kann auf Veranlassung der Kommission auf die Prüfung der Akte ein Gespräch oder die Begutachtung in einer realen oder gestellten beruflichen Situation folgen.

    Bei der Teilvalidierung bleiben dem Bewerber drei Jahre Zeit, um die fehlenden Kompetenzen durch Weiterbildung oder zusätzliche Berufserfahrung zu erwerben.

    Beispiel

    Marc ist Mechaniker und möchte den Familienbetrieb übernehmen.

    Marc (33) hat die Ausbildung zum Kfz-Mechaniker erfolgreich abgeschlossen (CATP/DAP) und arbeitet seit 13 Jahren in der Werkstatt seines Onkels. Er hilft auch bei der laufenden Geschäftsführung.

    Er beabsichtigt, eines Tages den Betrieb zu übernehmen und erkundigt sich beim Ministerium für Bildung, Kinder und Jugend nach der Möglichkeit, einen Meisterbrief in Fahrzeugmechatronik zu machen. Vom Ministerium erhält er die Antwort, dass er aufgrund seiner langjährigen Berufserfahrung einen Antrag auf Validierung des nichtformalen und informellen Lernens für den Meisterbrief stellen kann.

    Dieser Antrag besteht aus zwei Schritten. Zunächst reicht Marc beim Ministerium einen Antrag auf Zulassung ein, dem die erforderlichen Nachweise beizufügen sind und aus dem der angestrebte Meisterbrief ersichtlich wird. Nach Erhalt eines positiven Bescheides reicht er seinen Antrag auf grundsätzliche Anerkennung ein. Mit dem Antrag auf grundsätzliche Anerkennung erbringt er den Nachweis, dass er die für den angestrebten Meisterbrief verlangten Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen im Bereich Arbeits- und Sozialrecht, Unternehmensrecht, Lohnabrechnungen, Buchführungsverfahren und Finanzanalyse, Berechnung des Selbstkostenpreises, Kommunikationstechniken, Personalmanagement, Unternehmensorganisation, Unternehmensgründung, Reform der Berufsausbildung, angewandte Pädagogik, Berufstheorie und -praxis des betreffenden Berufs erworben hat.

    Die Validierung des nichtformalen und informellen Lernens wird ihm nur teilweise gewährt, da die Kommission seine Kompetenzen im Bereich der Lohnabrechnungen, Buchführungsverfahren und der Finanzanalyse sowie Berechnung des Selbstkostenpreises als unzureichend beurteilt. Marc beschließt, die erforderlichen Abendkurse zu belegen. Ihm bleiben 3 Jahre Zeit, um die fehlenden Kompetenzen zu erwerben.

     

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