Mit einem durchschnittlichen Anteil von rund 2,4 % der Lohnsumme scheint der finanzielle Aufwand der Unternehmen ein gleichbleibendes Niveau erreicht zu haben. Dank einer immer genaueren Bedarfsanalyse können sowohl die gezielte Festlegung der gewünschten Kompetenzen als auch die Budgetverwaltung optimiert werden. Dadurch wird auch der Zugang zur Weiterbildung verbessert, auch wenn weiterhin Ungleichheiten bestehen.
Konstanter finanzieller Aufwand
Nach einem Rückgang um 1,1 Prozentpunkte zwischen 2007 und 2010 stabilisiert sich die Quote der finanziellen Beteiligung der Unternehmen an Weiterbildungen: zwischen 2010 und 2017 investieren sie zwischen 2,3 % und 2,5 % ihrer Lohnsumme. Der Anstieg der Investitionen in die Weiterbildung geht mit demjenigen der Lohnsumme einher.
Die Quote der finanziellen Beteiligung an Weiterbildungen scheint sich ab 2010 in allen Wirtschaftszweigen zu stabilisieren, mit ersten Anzeichen einer Erholung, die in einigen Wirtschaftszweigen erst spät einsetzt, wie im „Bausektor“ (2014) und im „Handel und Hotel- und Gaststättengewerbe“ (2016). Im Zeitraum 2016-2017 ist die finanzielle Beteiligung am höchsten, mit rund 4,0 % im Sektor „Transport und Warenlagerung“ und im Sektor „Spezialisierte, wissenschaftliche und technische Aktivitäten“.
Mehr, aber dafür kürzere Weiterbildungen
Zwischen 2007-2017 steigt die Anzahl der Arbeitnehmer, die an Weiterbildungen teilnehmen. Auch wenn die Arbeitnehmer mehr Weiterbildungen besuchen, sind diese jedoch von kürzerer Dauer. Während die Arbeitnehmer 2017 an 4,9 Weiterbildungen von 5,0 Stunden teilnehmen, waren es 2007 im Vergleich dazu 3,6 Weiterbildungen von 8,9 Stunden.
Die Weiterbildungen in den Bereichen „Qualität, ISO und Sicherheit“ und „Finanzen, Buchführung und Recht“ sind zusammen mit den Weiterbildungen im Bereich „Technik/Berufsbezogen“ am beliebtesten.
Verschärfung der Ungleichheiten beim Zugang zur Weiterbildung
Geschäftsleiter und Führungskräfte absolvieren mehr Weiterbildungen als qualifizierte und nicht qualifizierte Arbeitnehmer. Diese Kluft ist im Laufe der Jahre zunehmend gewachsen.
2017 nehmen Geschäftsleiter und Führungskräfte an 6 Weiterbildungen (+ 1,9 Weiterbildungen im Vergleich zu 2007) bzw. an 6,8 Weiterbildungen (+ 2,5 Weiterbildungen) teil.
Qualifizierte und nicht qualifizierte Arbeitnehmer nehmen an 5 Weiterbildungen (+ 1,4 Weiterbildungen im Vergleich zu 2007) bzw. an 2,4 Weiterbildungen (- 0,3 Weiterbildungen) teil.
Preiswertere Weiterbildungen
2017 kosten die Weiterbildungen pro Teilnehmer 1,7 Mal weniger als im Jahr 2007. Die stetige Verkürzung der Dauer der Weiterbildungen in Verbindung mit einem weitgehend unveränderten Stundenpreis (zwischen 48 Euro und 53 Euro) erklärt den Rückgang der Weiterbildungskosten um fast 200 Euro pro Teilnehmer zwischen 2007 und 2017.
Während der Stundenpreis der Weiterbildungen in den Bereichen „Finanzen, Buchführung und Recht“ und „Management/Personalverwaltung“ zurückgeht, steigt er in den anderen Bereichen, insbesondere im Bereich „Sprachen“ (68 Euro im Jahr 2017 im Vergleich zu 56 Euro im Jahr 2007).
Die staatliche Beihilfe für die Weiterbildung wird zunehmend in Anspruch genommen
2017 nehmen 1.687 Unternehmen alleine oder in Gruppen die staatliche Kofinanzierung in Anspruch. Das sind dreimal mehr als im Jahr 2007. Die Anzahl dieser Unternehmen entwickelt sich zugunsten der sehr kleinen Unternehmen (weniger als 10 Arbeitnehmer) und der kleinen Unternehmen (zwischen 10 und 49 Arbeitnehmern): von 42,9 % im Jahr 2007 auf 61,2 % im Jahr 2017.
Potenziell nimmt mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer der luxemburgischen Privatwirtschaft die staatliche Beihilfe für die Weiterbildung in Anspruch (55,7 %).