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Die Weiterbildung in den Augen der Erwerbsbevölkerung

Einer Umfrage des Observatoriums der Weiterbildung bei der Erwerbsbevölkerung zufolge geht der Ausdruck "Lebenslanges Lernen" (LLL) allmählich in den Sprachgebrauch über.

Die Berufstätigen glauben, dass das beste Mittel zur Sicherung ihrer beruflichen Zukunft darin besteht, sich nach der Erstausbildung weiterzubilden. Sie sind insgesamt mit dem Weiterbildungsangebot zufrieden.

Die gesamte Umfrage (auf Französisch) kann in der Rubrik "Publikationen", die in der rechten Spalte auf dieser Seite angezeigt wird, heruntergeladen werden.

01 Lebenslanges Lernen

In Luxemburg ist der Ausdruck "Lebenslanges Lernen" (LLL) zwei Dritteln der Berufstätigen ein Begriff.

Die lebenslange Bildung und Weiterbildung oder auch das Konzept des "Lebenslangen Lernens" bezeichnet jegliche Art von Weiterbildung während des gesamten Lebens, das der Verbesserung von Wissen, Fähigkeiten, Kompetenzen und/oder Qualifikationen dient und im Rahmen einer persönlichen, gesellschaftlichen, sozialen bzw. beschäftigungsbezogenen Perspektive erfolgt.

Quelle: Cedefop, Glossar Qualität in der allgemeinen und beruflichen Bildung, 2011

Auf die Frage, wofür LLL bei ihnen steht, nennt ein Drittel der Befragten die Möglichkeit der persönlichen Weiterbildung nach der Erstausbildung. Sie verweisen in der Mehrheit auf die im Rahmen ihrer Beschäftigung gemachten Weiterbildungen, wogegen die auf persönliche Initiative besuchten Weiterbildungen von weit weniger Befragten genannt werden.

02 Sicherung der beruflichen Zukunft

65% der Erwerbsbevölkerung sind der Ansicht, dass die persönliche Weiterbildung der beste Weg ist, seine berufliche Zukunft zu sichern. Danach folgt die Qualität der Schulbildung: 57% der Befragten glauben, dass eine gute Erstausbildung ausreicht, um seine berufliche Zukunft zu sichern.

Ort des Lernens

Wenn es darum geht, die "Orte des Lernens" einzustufen, an denen man die meisten seiner Kompetenzen erworben hat, nennen 55% der Befragten den Arbeitsplatz noch vor der Schule und dem Alltag.

Sowohl Gebietsansässige als auch Grenzgänger geben an, das meiste am Arbeitsplatz gelernt zu haben (51% bzw. 61%). Dagegen rangiert für 30% der Gebietsansässigen die Schule an erster Stelle der Orte, an denen man die meisten Kompetenzen erwirbt, während nur 18% der Grenzgänger dies so sehen.

Lediglich ein Drittel der Befragten ist der Meinung, dass die in der Schule erworbenen Kompetenzen ausreichen, um den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu schaffen und sich beruflich weiterzuentwickeln.


Das Bildungsniveau hat insbesondere Einfluss auf die Wertschätzung der in der Schulzeit erworbenen Kompetenzen. Unter den Erwerbstätigen mit abgeschlossener Berufsausbildung (CATP, CITP, CCM) finden sich mehr Menschen, die die in der Schule erworbenen Kompetenzen für ausreichend halten, um in den Arbeitsmarkt zu gelangen und sich weiterzuentwickeln.

03 Erfahrungen mit der beruflichen Weiterbildung

Mehr als die Hälfte der befragten Erwerbstätigen glaubt, dass die Weiterbildung sich im Wesentlichen an Menschen richtet, die einer beruflichen Tätigkeit nachgehen. 

Unter den Befragten sehen 9 von 10 die berufliche Weiterbildung als ein Mittel, ihre Kompetenzen zu erweitern und ihren Wert auf dem Arbeitsmarkt zu steigern oder den Anforderungen ihrer Arbeitgeber besser gerecht zu werden.

Im Übrigen haben 9 von 10 Personen bereits berufsbedingt oder privat an einer Weiterbildung teilgenommen.

Die meisten Weiterbildungen erfolgen im Rahmen der Beschäftigung (77%). Dagegen haben 10% der Erwerbstätigen noch nie an einer Weiterbildung teilgenommen.

Hindernisse der beruflichen Weiterbildung

Die Organisation des Privatlebens stellt das größte Problem bei der Weiterbildung außerhalb der Arbeitszeit dar.

54% der Erwerbstätigen nennen familiäre Verpflichtungen und die Organisation des Privatlebens als wichtigsten Hinderungsgrund für die Weiterbildung außerhalb der Arbeitszeit.

Dies gilt insbesondere für Personen im Alter von 35 bis 44 Jahren (60%) und von 25 bis 34 Jahren (54%). Es handelt sich um Altersgruppen, die durch das Familienleben normalerweise sehr in Anspruch genommen sind (Kleinkinder oder unterhaltsberechtigte Kinder …).

Ein Drittel der Erwerbstätigen sieht kein Problem, dass die Weiterbildung während der Arbeitszeit stattfindet.

42% der Erwerbstätigen glauben, dass unter den genannten Hinderungsgründen die Höhe der Arbeitsbelastung der Teilnahme an Weiterbildungen während der Arbeitszeit entgegenstehen kann. Dieser Grund wird häufiger von Grenzgängern (47%) als von Gebietsansässigen (38%) angeführt.

04 Akteure der Weiterbildung

Hauptakteur: der Arbeitnehmer

6 von 10 Erwerbstätigen (59%) sind der Ansicht, dass bei einem Weiterbildungsprojekt die Initiative vom Arbeitnehmer ausgehen muss. Junge Erwerbstätige sind häufiger der Meinung, dass man den Arbeitnehmern im Hinblick auf die Weiterbildung die Verantwortung überlassen muss (68% der 18- bis 24-Jährigen). Ferner glaubt eine Mehrheit der Erwerbstätigen (62%), dass die Weiterbildung in erster Linie dem Arbeitnehmer, und dann erst dem Arbeitgeber zugute kommt (31%).

Dagegen sind 7 von 10 Erwerbstätigen (67%) der Meinung, dass die Weiterbildung im Verantwortungsbereich des Arbeitgebers liegen sollte.

Bezugspersonen: die für die Weiterbildung verantwortlichen Personen

Um Informationen über Weiterbildungen oder Beihilfemaßnahmen im Rahmen der Weiterbildung zu erhalten, wendet sich ein Viertel der befragten Erwerbstätigen (24%) an das eigene Unternehmen und insbesondere an den Weiterbildungsbeauftragten. 

Danach folgen die Weiterbildungsorgane der Berufskammern, das Ministerium für Bildung, Kinder und Jugend (Ministère de l'Education nationale, de l'Enfance et de la Jeunesse) mit seinen Dienststellen sowie die privaten Weiterbildungsanbieter.

14% wissen nicht, an wen sie sich wenden sollen, wenn sie eine Weiterbildung beabsichtigen. Junge Erwerbstätige unter 25 Jahren (19%) und Grenzgänger (18%) neigen eher zu Ratlosigkeit, wenn es um einen Ansprechpartner in Bezug auf die Weiterbildung geht. Die Erklärung dafür liegt sehr wahrscheinlich in der Unkenntnis des nationalen Weiterbildungssystems und seiner Akteure.

05 Weiterbildungsangebot: Niveau der Zufriedenheit

Weitgehend zufriedenstellendes Weiterbildungsangebot

56% der Befragten beurteilen das Weiterbildungsangebot in Luxemburg als zufriedenstellend und 9% sind sogar "völlig zufrieden". 

Dagegen ist 1 von 5 Erwerbstätigen (18%) nicht vom Weiterbildungsangebot überzeugt. Die Gründe für die Unzufriedenheit sind folgende:

  • 37% nennen geringe Wahlmöglichkeiten unter den angebotenen Weiterbildungen,
  • 19% führen das Fehlen von Information über das Angebot an.

Immerhin 26% der Befragten geben an, keine Antwort zu wissen oder wollen sich nicht zur Qualität der Weiterbildung äußern. Insbesondere der Einfluss der Grenzgänger und ganz besonders deren mangelnde Kenntnis des nationalen Weiterbildungssystems ist die Erklärung hierfür. Sie machen zu 38% keine Angaben zur Qualität des Weiterbildungsangebots.

Die Untersuchung der Zufriedenheit der Erwerbstätigen im Hinblick auf die Weiterbildung weist deutlich auf eine Verbindung zur Bedeutung hin, die der Weiterbildung beigemessen wird. Wer die Weiterbildung als unerlässlich oder sehr wichtig ansieht, ist eher zufrieden oder sogar völlig zufrieden mit dem Angebot. Umgekehrt nimmt die Zufriedenheit mit der Bedeutung ab, die der Weiterbildung zuerkannt wird.

Die Absicht, in den nächsten 12 Monaten an einer Weiterbildung teilzunehmen

21% der Erwerbstätigen haben die Absicht, in den nächsten 12 Monaten an einer Weiterbildung teilzunehmen.

Die Weiterbildungen für "Sprachen" sind sehr begehrt: 32% wollen an einer Weiterbildung in diesem Bereich teilnehmen.

Die Bedeutung der sprachlichen Weiterbildungen lässt sich leicht durch die einmalige Situation Luxemburgs in Bezug auf Mehrsprachigkeit, multikulturelle Gesellschaft und Zustrom von Grenzgängern erklären. 22% der Weiterbildungsanbieter in Luxemburg verfügen über ein Angebot für "Sprachen".

06 Individuelle Beihilfen zur Weiterbildung

Kenntnisstand der Erwerbstätigen

Nur 1 von 5 Erwerbstätigen ist in der Lage, spontan wenigstens eine individuelle Beihilfe zur beruflichen Weiterbildung zu nennen. In 65% der Fälle handelt es sich dabei um in Luxemburg Ansässige. Es besteht ein erhebliches Missverhältnis zwischen Erwerbstätigen mit höherem und niedrigerem Bildungsstand: 28% der Erwerbstätigen mit vierjähriger und längerer Hochschulausbildung sind über das Bestehen von Beihilfemaßnahmen informiert, gegenüber nur 15% der Erwerbstätigen ohne Hochschulabschluss.

Luxemburgische Erwerbstätige sind besser unterrichtet als Erwerbstätige anderer Staatsangehörigkeit. Bei Ersteren ist 29% wenigstens eine Beihilfe zur beruflichen Weiterbildung bekannt, wohingegen dies nur bei 19% der ausländischen Erwerbstätigen der Fall ist. Das Gleiche gilt für Gebietsansässige (25%) und Grenzgänger (18%).

Individueller Bildungsurlaub: die bekannteste Beihilfe

Wirft man einen Blick auf die den Befragten bekannten Maßnahmen, steht der individuelle Bildungsurlaub (Congé individuel de formation - CIF) mit 36% an erster Stelle der spontan genannten Maßnahmen, gefolgt vom Sprachurlaub (congé linguistique) und vom Jugendurlaub (congé jeunesse) (14% bzw. 5%).

Auf die Aufforderung, aus einer Liste bestehender Maßnahmen diejenigen auszuwählen, von denen sie bereits gehört haben, fällt jedoch die Rangordnung der Beihilfen zur beruflichen Weiterbildung anders aus. Der individuelle Bildungsurlaub (41% der Erwerbstätigen) rangiert vor den Studienbeihilfen und dem Sprachurlaub. Es bleibt anzumerken, dass 18% der Erwerbstätigen noch nie von irgendeiner Beihilfe zur beruflichen Weiterbildung gehört haben. Hierbei handelt es sich zumeist um im Ausland Ansässige vorwiegend männlichen Geschlechts.

Die Mundpropaganda funktioniert

Gerade durch Internetseiten und Mundpropaganda haben Erwerbstätige von den Beihilfemaßnahmen zur beruflichen Weiterbildung erfahren (25% bzw. 20%). Innerbetriebliche Kommunikation (14%) und Informationsbroschüren (Kataloge, Prospekte) sind zwei weitere Informationsquellen, die am meisten genannt werden.

 

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