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Die VAE zum Erwerb der Abschlusszeugnisse des allgemeinen Sekundarunterrichts und des Meisterbriefs

Die Validierung des nichtformalen und informellen Lernens oder VAE ermöglicht die Anerkennung der Erfahrung mit dem Ziel des vollständigen oder teilweisen Erwerbs eines der folgenden Diplome:

  • eines der Abschlusszeugnisse des allgemeinen Sekundarunterrichts:
    • Berufsbefähigungszeugnis (Certificat de capacité professionnelle - CCP)
    • Beruflicher Eignungsnachweis (Diplôme d'aptitude professionnelle - DAP)
    • Techniker-Diplom (Diplôme de technicien - DT)
    • Abschlusszeugnis des allgemeinen Sekundarunterrichts - Fachabitur (DFESG)
  • einen Meisterbrief im Handwerk

Die VAE richtet sich an alle Erwerbsfähigen, unabhängig von Alter, Bildungsstand oder beruflicher Situation. Unerlässliche Voraussetzung hierfür ist die mindestens dreijährige (d. h. 5.000 Stunden) unterbrochene oder ununterbrochene Ausübung einer entgeltlichen, unentgeltlichen oder ehrenamtlichen Tätigkeit mit direktem Bezug zum beantragten Nachweis.

Ermittlung des der Erfahrung entsprechenden Diploms

Um zu wissen, welches Diplom seiner Erfahrung entsprechen könnte, kann der Bewerber:

1. die Unterstützung der VAE-Stelle des Ministeriums für Bildung, Kinder und Jugend in Anspruch nehmen, die eine Berufsberatung bei der SFA (Abteilung für Erwachsenenbildung) empfiehlt. Die SFA unterstützt den Bewerber in enger Zusammenarbeit mit dem Haus der Orientierung (Maison de l'orientation) und bietet ihm ihre Unterstützung bei der Festlegung seines Projekts an.
Der Bewerber kann entweder telefonisch unter der Nummer +352 8002-4488 oder per E-Mail
an sfa@men.lu Kontakt mit den Beratern der SFA aufnehmen;

2. sich an die Handelskammer und an die Arbeitnehmerkammer wenden;

3. sich die Lehrpläne der Diplome auf der Internetseite Horaires et programmes [Stunden- und Lehrpläne] anzeigen lassen:

  • Für das CCP, den DAP und das DT folgen Sie dem Link „Horaires et programmes“, klicken Sie auf „Programme Formation professionnelle“ [Lehrplan Berufsausbildung] und anschließend auf „Vue structurée“ [Strukturierte Übersicht]. Wählen Sie CCP, DAP oder DT und im Anschluss das gewünschte Handwerk oder den gewünschten Beruf.
  • Für das Abschlusszeugnis des allgemeinen Sekundarunterrichts (Facharbeit) folgen Sie dem Link „Horaires et programmes“ und klicken Sie auf „Enseignement secondaire général“ [Allgemeiner Sekundarunterricht] in der Rubrik „Ordre d’études“ [Art der Studien]. Wählen Sie anschließend die Schuljahre aus:

    • 2GCG (12. Klasse) und 1GCG (13. Klasse): Verwaltungstechnische und kaufmännische Fachrichtung, Schwerpunkt Verwaltung;
    • 2GCC (12. Klasse) und 1GCC (13. Klasse): Verwaltungstechnische und kaufmännische Fachrichtung, Schwerpunkt Kommunikation und Organisation;
    • 2GED (12. Klasse) und 1GED (13. Klasse): Gesundheits- und sozialberufliche Fachrichtung, Schwerpunkt Erzieherausbildung;
    • 2GED (12. Klasse), 1GED (13. Klasse) und 1+GED (14. Klasse): Gesundheits- und sozialberufliche Fachrichtung, Schwerpunkt Erzieherausbildung, Abschluss der Erzieherausbildung;
    • 1GSHAN (13. Klasse): Gesundheits- und sozialberufliche Fachrichtung, Schwerpunkt Gesundheitswissenschaften - alte Regelung;
    • 2GSO (12. Klasse) und 1GSO (13. Klasse): Gesundheits- und sozialberufliche Fachrichtung, Schwertpunkt Sozialwissenschaften;
    • 2GIG (12. Klasse) und 1GIG (13. Klasse): Allgemeine technische Fachrichtung, Schwerpunkt Ingenieurwesen;
    • 2GIN (12. Klasse) und 1GIN (13. Klasse): allgemeine technische Fachrichtung, Schwerpunkt Informatik;
    • 2GSN (12. Klasse) und 1GSN (13. Klasse): Allgemeine technische Fachrichtung, Schwerpunkt Naturwissenschaften;
    • 2GAR (12. Klasse) und 1GAR (13. Klasse): Fachrichtung Kunst, Schwerpunkt Kunst.

   4. für den Meisterbrief sich auf der Internetseite der Handwerkskammer erkundigen.

Wissenswert

  • Welche Sprachen muss man können?
    Man muss die Sprachen aus dem Rahmenlehrplan des angestrebten Diploms können. Beim Meisterbrief hat der Bewerber die Wahl zwischen Deutsch und Französisch.
  • Liste der Berufe und Handwerke für die Diplome/Zeugnisse CCP, DAP und DT
    Die Liste der Berufe und Handwerke, die im Rahmen der Berufsausbildung angeboten werden, wird jedes Jahr im Juli per großherzoglicher Verordnung aktualisiert. In der Rubrik 'Diplom finden' in der rechten Spalte können Sie sich die CCP, DAP und DT anzeigen lassen.
  • Liste der Handwerke für den Meisterbrief
    Die Liste der Handwerke für den Meisterbrief wird jedes Jahr im Juli per großherzoglicher Verordnung aktualisiert. In der Rubrik 'Diplom finden' in der rechten Spalte können Sie sich die Meisterbriefe auf der Website der Handwerkskammer anzeigen lassen.
  • Grenzüberschreitende Ausbildung
    Ein VAE-Antrag kann nur für einen Beruf/ein Handwerk gestellt werden, für den/das es einen Ausbildungsplan gibt. Die über eine grenzüberschreitende Ausbildung erworbenen Diplome sind von der VAE ausgeschlossen.


Vorgehensweise

Der Bewerber muss seine Unterlagen im Hinblick auf die Validierung in 2 Phasen zusammenstellen:

  • Antrag auf Zulassung: 1. Phase des Validierungsverfahrens
  • Antrag auf grundsätzliche Anerkennung: 2. Phase des Validierungsverfahrens.


Démarche du VAE-DE

Unterstützung

Das Ministerium für Bildung, Kinder und Jugend bietet Bewerbern, die einen Antrag auf Validierung des nichtformalen und informellen Lernens einreichen wollen, Unterstützung an.

Ziel dieser Unterstützung ist es, dem Bewerber bei der Erstellung seines Antrags auf grundsätzliche Anerkennung behilflich zu sein. Sie kann folgende Formen annehmen:

  • vom Ministerium veranstalteter gemeinsamer Workshop;
  • ein oder mehrere individuelle Gespräche mit einem Betreuer, bei dem es sich entweder um einen Staatsbediensteten oder einen Vertreter der Berufskammern handeln kann. Die Gesamtdauer der Unterstützung kann maximal 12 Stunden betragen.

Die Unterstützung ist fakultativ und kann auf Französisch, Deutsch und Luxemburgisch erteilt werden.

Die Etappen der dem Bewerber angebotenen Unterstützung sind folgende:

  • dem Bewerber Auskünfte über die zu unternehmenden Schritte erteilen;
  • den Bewerber über die Verbindung zwischen seiner Berufserfahrung und dem angestrebten Diplom informieren;
  • den Bewerber bei der Erstellung seiner Akte für die Validierungskommission anleiten, unterstützen und beraten;
  • den Bewerber bei seiner Vorbereitung der nachgestellten Praxissituation oder des individuellen Gesprächs beraten.

Frist für die Beantragung einer Unterstützung

Binnen eines Monats nach Erhalt der Mitteilung über die Annahme des Antrags auf Zulassung schicken Sie Ihren Antrag auf Unterstützung durch einen Betreuer an das Ministerium.

Nach Erklärung der Zulässigkeit erhält jeder Bewerber ein entsprechendes Antragsformular.

Antrag auf Zulassung

1. Phase des Validierungsverfahrens

Der Bewerber muss einen Antrag auf Zulassung ausfüllen und genau angeben, welches Diplom mittels der VAE angestrebt wird.

In seinem Antrag auf Zulassung muss der Bewerber ferner Angaben zu seiner Erfahrung und seinem Bildungs- und Ausbildungsweg machen. Ausgehend von diesen Informationen und den Nachweisen prüft das Ministerium, ob diese einen Anspruch auf die VAE begründen und ob der Antrag zulässig ist.

Verwaltungsakte: dem Antrag auf Zulassung beizufügende Nachweise

  • Offizielle Nachweise (Arbeitszeugnisse usw.)
  • Eidesstattliche Erklärung
  • Stempelsteuer
  • Identitätsnachweis
  • Bescheinigung(en) der CCSS
  • Zeugnisse/Diplome über die Erstausbildung/berufliche Weiterbildung
  • Datenschutz

Für die Einreichung des Antrags auf Zulassung gibt es keine Frist.

Antrag auf grundsätzliche Anerkennung

2. Phase des Validierungsverfahrens

Wenn der Antrag auf Zulassung angenommen wird, muss der Bewerber den Antrag auf grundsätzliche Anerkennung ausfüllen. Der entsprechende Beschluss gilt für zwei Validierungszeiträume.

Beispiel

Sie reichen Ihren Antrag auf Zulassung im Januar 2019 ein. Wird Ihrem Antrag stattgegeben, können Sie Ihren Antrag auf grundsätzliche Anerkennung zu folgenden Terminen einreichen:
  •     entweder für den 31. Juli 2019 (Validierungszeitraum Oktober-November 2019)
  •     oder für den 28. Februar 2020 (Validierungszeitraum Mai-Juni 2020).
Diese Daten müssen Sie zwingend einhalten. Der Poststempel ist maßgebend.


Die Validierungskommissionen treten zweimal jährlich zusammen.

Die zuständige Behörde übermittelt Ihnen die Entscheidung spätestens einen Monat, nachdem sie selbst von der Validierungskommission darüber in Kenntnis gesetzt wurde.

In seinem Antrag auf grundsätzliche Anerkennung muss der Bewerber die Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen mit direktem Bezug zu dem angestrebten Diplom ausführlich beschreiben und konkrete Beispiele für die ausgeführten Aufgaben nennen.

Antrag auf grundsätzliche Anerkennung: erforderliche Informationen

  • Eidesstattliche Erklärung
  • Beschreibung des Werdegangs
  • Beschreibung der Beschäftigungen
  • Beschreibung der Tätigkeiten
  • Anhänge
  • Kopie der Entscheidung über die Zulassung
  • Optional: Lebenslauf und Zeugnisse/Diplome über die Erstausbildung/berufliche Weiterbildung

Die Unterlagen werden den Mitgliedern der Validierungskommission zwecks Analyse vorgelegt. Die Kommission vergleicht die erworbenen Kompetenzen des Bewerbers mit denjenigen, die für den Erhalt des Diploms verlangt werden.

Bezug nehmend auf die vom Bewerber zusammengestellten Unterlagen spricht sich die Validierungskommission zum Grad der Validierung aus:

  • keine Validierung,
  • Teilanerkennung,
  • vollständige Validierung.

Gegebenenfalls können auf Veranlassung der Kommission nach der Prüfung der Unterlagen ein Gespräch oder eine reale bzw. nachgestellte Praxisübung erfolgen. Der Bewerber hat im Falle einer Ablehnung die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen (innerhalb von 3 Monaten nach Zustellung der Entscheidung der Kommission). Bei der Teilanerkennung bleiben dem Bewerber drei Jahre Zeit, um die fehlenden Kompetenzen durch Weiterbildung oder zusätzliche Berufserfahrung zu erwerben.

Beispiel

Marc ist Mechaniker und möchte den Familienbetrieb übernehmen.

Marc (33) ist Inhaber eines beruflichen Eignungsnachweises (DAP) als Auto- und Motorradmechaniker und arbeitet seit 13 Jahren als Mechaniker in der Werkstatt seines Onkels. Er hilft bei der täglichen Geschäftsführung des Unternehmens.

Da er den Betrieb eines Tages übernehmen möchte, informiert sich Marc beim Ministerium für Bildung, Kinder und Jugend über die Möglichkeit, einen Meisterbrief als Kfz-Mechatroniker zu erwerben. Das Ministerium antwortet ihm, dass er aufgrund seiner Berufserfahrung einen Antrag auf Validierung des nichtformalen und informellen Lernens für den Meisterbrief stellen kann.

Dieser Antrag läuft in zwei Etappen ab. Zuerst reicht Marc beim Ministerium einen Antrag auf Zulassung ein, dem er die erforderlichen Nachweise beilegt und in dem er den angestrebten Meisterbrief angibt. Nachdem diesem Antrag stattgegeben wurde, reicht er seinen Antrag auf grundsätzliche Anerkennung ein. Mit diesem Antrag erbringt er den Nachweis, dass er die für den angestrebten Meisterbrief erforderlichen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kompetenzen in Sachen Arbeits- und Sozialrecht, Unternehmensrecht, Lohnabrechnung, Buchhaltungs- und Finanzanalysemechanismen, Berechnung des Selbstkostenpreises, Kommunikationstechniken, Personalführung, Unternehmensführung, Unternehmensgründung, Reform der Berufsausbildung, angewandte Pädagogik sowie Theorie und Berufspraxis des betreffenden Handwerks erworben hat.

Die Validierung des nichtformalen und informellen Lernens wird ihm nur teilweise bewilligt, da die Validierungskommission seine Kompetenzen in Sachen Lohnabrechnung, Buchhaltungs- und Finanzanalysemechanismen sowie Berechnung des Selbstkostenpreises für unvollständig erachtet. Marc beschließt, Abendkurse in diesen Fächern zu belegen. Er hat 3 Jahre Zeit, um die fehlenden Kompetenzen zu erwerben.

 

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