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Validierung des nichtformalen und informellen Lernens
(Validation des acquis de l'expérience - VAE)

Die Validierung des nichtformalen und informellen Lernens (VAE) ist ein Verfahren, anhand dessen berufliche oder außerberufliche Erfahrungen anerkannt werden, um eines der folgenden Diplome ganz oder teilweise zu erwerben:

Worum geht es?

Als zusätzliche Möglichkeit des Zugangs zu Diplomabschlüssen ermöglicht die VAE die Anerkennung von Kompetenzen, die durch formales, nicht formales oder informelles Lernen erworben wurden. Sie wertet die Ausbildung des Einzelnen auf und erleichtert das lebenslange Lernen.

Die VAE richtet sich an alle Erwerbsfähigen, unabhängig von Alter, Bildungsstand oder beruflicher Situation.

Unerlässliche Voraussetzung hierfür ist die mindestens dreijährige (d. h. 5.000 Stunden) unterbrochene oder ununterbrochene Ausübung einer entgeltlichen, unentgeltlichen oder ehrenamtlichen Tätigkeit mit direktem Bezug zum beantragten Nachweis.


Die Nachweise, Diplome und Scheine, die durch die VAE erworben wurden, verschaffen die gleichen Rechte wie die, die auf anderen Wegen der Wissenskontrolle erlangt wurden.

Vorgehensweise

Der Bewerber muss seine Unterlagen zusammenstellen und einer Anerkennungskommission oder einem qualifizierten Prüfungsausschuss vorlegen. In diesen Unterlagen müssen die Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen mit direktem Bezug zu dem angestrebten Diplom ausführlich beschrieben und konkrete Beispiele für die ausgeführten Aufgaben aufgeführt sein.

Die Kommission oder der Ausschuss entscheiden auf der Grundlage der eingereichten Unterlagen nach einem persönlichen Gespräch mit dem Bewerber und gegebenenfalls aufgrund der Beobachtung in einer echten oder gestellten beruflichen Situation, wenn dies von der Behörde, die das Zeugnis ausstellt, vorgesehen ist.

Für den Bewerber kann die Entscheidung der Anerkennungskommission oder des Prüfungsausschusses zu folgendem Ergebnis führen:

  • keine Anerkennung,
  • Teilanerkennung,
  • vollständige Anerkennung.

Bei der Teilanerkennung bleiben dem Bewerber drei Jahre Zeit, um die fehlenden Kompetenzen durch Weiterbildung oder zusätzliche Berufserfahrung zu erwerben.

Mehr Informationen zum Verfahren der Validierung des nichtformalen und informellen Lernens je nach angestrebtem Diplom:


Beispiel

Marc ist Mechaniker und möchte den Familienbetrieb übernehmen.

Marc (33) hat die Ausbildung zum Kfz-Mechaniker erfolgreich abgeschlossen (CATP/DAP) und arbeitet seit 13 Jahren in der Werkstatt seines Onkels. Er hilft auch bei der laufenden Geschäftsführung.

Er beabsichtigt, eines Tages den Betrieb zu übernehmen und erkundigt sich beim Ministerium für Bildung, Kinder und Jugend (Ministère de l'Education nationale, de l'Enfance et de la Jeunesse - MENJE) nach der Möglichkeit, einen Meisterbrief in Fahrzeugmechatronik zu machen. Vom Ministerium erhält er die Antwort, dass er aufgrund seiner langjährigen Berufserfahrung einen Antrag auf Validierung des nichtformalen und informellen Lernens für den Meisterbrief stellen kann.

Dieser Antrag besteht aus zwei Schritten. Zunächst reicht Marc beim Ministerium einen Antrag auf Zulassung ein, dem die erforderlichen Nachweise beizufügen sind und aus dem der angestrebte Meisterbrief ersichtlich wird. Nach Erhalt eines positiven Bescheides reicht er seinen Antrag auf grundsätzliche Anerkennung ein. Mit dem Antrag auf grundsätzliche Anerkennung erbringt er den Nachweis, dass er die für den angestrebten Meisterbrief verlangten Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen im Bereich Arbeits- und Sozialrecht, Unternehmensrecht, Lohnabrechnungen, Buchführungsverfahren und Finanzanalyse, Berechnung des Selbstkostenpreises, Kommunikationstechniken, Personalmanagement, Unternehmensorganisation, Unternehmensgründung, Reform der Berufsausbildung, angewandte Pädagogik, Berufstheorie und -praxis des betreffenden Berufs erworben hat.

Die Validierung des nichtformalen und informellen Lernens wird ihm nur teilweise gewährt, da die Anerkennungskommission seine Kompetenzen im Bereich der Lohnabrechnungen, Buchführungsverfahren und der Finanzanalyse sowie Berechnung des Selbstkostenpreises als unzureichend beurteilt. Marc beschließt, die erforderlichen Abendkurse zu belegen. Ihm bleiben 3 Jahre Zeit, um die fehlenden Kompetenzen zu erwerben.


 

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