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Luxemburgischer Qualifikationsrahmen

Infolge der Annahme der Empfehlung des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. April 2008 zur Einrichtung des Europäischen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen hat das das Ministerium für Bildung, Kinder und Jugend (Ministère de l’Éducation nationale, de l'Enfance et de la Jeunesse - MENJE) in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Hochschulwesen und Forschung (Ministère de l'Enseignement supérieur et de la Recherche) einen Entwurf für einen luxemburgischen Qualifikationsrahmen ausgearbeitet.

Der luxemburgische Qualifikationsrahmen soll ein unverbindlicher Orientierungsrahmen für den Einzelnen, die Bildungseinrichtung und den Arbeitsmarkt sein. Er soll dem Einzelnen ermöglichen, seine Qualifikation im Vergleich zu anderen Qualifikationen im Hinblick auf das lebenslange Lernen zu positionieren

Ein weiteres Element des luxemburgischen Qualifikationsrahmens ist der Wunsch, ihn nicht dem formalen Qualifikationssystem vorzubehalten, sondern ihn ebenfalls den nicht formalen Qualifikationen zu öffnen.

Merkmale

Qualifikationen anstelle von Zertifizierungen

Eines der Merkmale des luxemburgischen Qualifikationsrahmens betrifft die französische Terminologie. Während in den offiziellen EU-Texten der französische Begriff "certification" (Zertifizierung) gewählt wurde, um das englische "qualification" (Qualifikation) zu übersetzen, hat sich Luxemburg nach vorhergehenden Diskussionen über die Ausarbeitung eines luxemburgischen Rahmens für das französische Wort "qualification" entschieden, da dieses Wort den Begriff "certification" miteinbezieht und eine Verbindung zur Arbeitswelt herstellt.

Anwendungsbereich des Rahmens

In einer ersten Phase bezieht sich der luxemburgische Qualifikationsrahmen nur auf die formalen Qualifikationen. In einer zweiten Phase wird es den Stellen, die nicht formale Qualifikationen ausstellen, möglich sein, diese an die Niveaustufen des nationalen Rahmens anzupassen.

Deskriptoren der Niveaustufen

Der luxemburgische Qualifikationsrahmen ist derzeit eine systematische Beschreibung der Qualifikationen des luxemburgischen Bildungs- und Ausbildungssystems. Ihr Erwerb wird durch den Erhalt eines von einer zuständigen Behörde ausgestellten Titels, Diploms oder sonstigen Zeugnisses bescheinigt und standardisiert.

Der Rahmen enthält eine allgemeine Beschreibung der Qualifikationsprofile, der Ausbildungsergebnisse und, für die Niveaustufen 5 bis 8 des Hochschulunterrichts, neben den vorgenannten Elementen formale Aspekte, insbesondere den ECTS-Umfang. Der Rahmen richtet sich in Sachen Bildung und lebenslanges Lernen nach dem Europäischen Qualifikationsrahmen und was die Niveaustufen 5 bis 8 angeht, ist er zudem mit dem Europäischen Qualifikationsrahmen für den europäischen Hochschulraum (Qualification Framework of the European Higher Education Area „QF-EHEA”) verbunden. Der Qualifikationsrahmen liefert keinerlei Auskunft über die Zulassung zu den einzelnen Bildungsstufen.

Er definiert anhand von Deskriptoren, was ein Lernender nach Abschluss eines Lernprozesses weiß, versteht und in der Lage ist zu tun. Drei Kategorien von Deskriptoren beschreiben die Lernergebnisse einer Qualifikation auf allgemeine und nicht fachbezogene Weise, stufen sie ein und erläutern sie näher.

Drei Kategorien von Deskriptoren

Der Rahmen unterscheidet zwischen den drei folgenden Kategorien von Deskriptoren: Kenntnisse, Fertigkeiten und Verhaltensweisen.

Kenntnisse

Ergebnis der Aneignung von Wissen durch Bildung und Ausbildung.

Die Kenntnisse sind eine Ansammlung von mit einem Lern- oder Arbeitsbereich verbundenen Fakten, Grundsätzen, Theorien und Praktiken, wobei die Verarbeitung als Prozess definiert wird, durch den Wissen oder Fachkompetenz vom Lernenden verinnerlicht wird.

Fertigkeit

Fähigkeit, die Kenntnisse anzuwenden, um Aufgaben auszuführen und Probleme zu lösen.

Genau wie beim Europäischen Rahmen können die Fertigkeiten kognitiv (logisches, intuitives und kreatives Denken) oder praktisch (Geschicklichkeit und Verwendung von Methoden, Materialien, Werkzeugen und Instrumenten) sein.

Verhaltenweise

Persönliche oder soziale Fähigkeit in Arbeits- oder Lernsituationen und für die berufliche oder persönliche Entwicklung.

Personalkompetenz zeichnet sich durch Selbstständigkeit und das Übernehmen von Verantwortung aus, welche eine kritische Reflexion in Bezug auf das eigene und das fremde Handeln sowie die eigene Entwicklung durch Lernen oder Praxis ermöglichen. Sozialkompetenz ist durch Selbstständigkeit und das Übernehmen von Verantwortung gekennzeichnet, welche die Arbeit mit anderen und die Berücksichtigung von fremden Interessen ermöglichen. Auf den Niveaustufen 5 bis 8 werden die Deskriptoren durch Kommunikationsfähigkeiten und Urteilsvermögen ergänzt.

 

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