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Jugendurlaub

Den Verantwortlichen für Jugendaktivitäten ermöglichen, an Aktivitäten und Fortbildungen im Erziehungsbereich teilzunehmen

Der Jugendurlaub ermöglicht den Verantwortlichen für Jugendaktivitäten die Teilnahme an Lehrgängen, Studientagungen oder -wochen, Schulungen, Sitzungen, Begegnungen oder Feriencamps und -lagern im In- und Ausland.

Die Verantwortlichen für Jugendaktivitäten können unabhängig davon, ob es sich bei ihnen um Arbeitnehmer, Selbstständige oder Freiberufler handelt, den Jugendurlaub beantragen, d. h. einen bezahlten Sonderurlaub, der im Laufe ihres Berufslebens bis zu 60 Tagen betragen kann.

01 Einzelheiten

Der Jugendurlaub ermöglicht die Teilnahme an Aktivitäten für Jugendliche, darunter:

  • Lehrgänge,
  • Studientage oder -wochen,
  • Feriencamps oder -lager.

Diese Aktivitäten können in Luxemburg oder im Ausland stattfinden.

Um den Jugendurlaub in Anspruch nehmen zu können, müssen die Arbeitnehmer:

  • üblicherweise an einem in Luxemburg gelegenen Arbeitsplatz beschäftigt sein,
  • über einen Arbeitsvertrag bei einem Unternehmen oder einer ordnungsgemäß in Luxemburg niedergelassenen und tätigen Vereinigung angestellt sein.

Selbstständige und Freiberufler müssen seit mindestens 2 Jahren Mitglied bei der luxemburgischen Sozialversicherung sein.

02 Beispiel

Christophe, ehrenamtlicher Betreuer in einem Jugendclub, besucht eine Weiterbildung für das Spezialgebiet "Sport und Freizeit"

Christophe (32) arbeitet Vollzeit im öffentlichen Sektor. Er ist ehrenamtlich im Jugendclub seiner Gemeinde als Betreuer tätig.

Er hat bereits die 3. Stufe der Betreuerausbildung abgeschlossen und möchte an einer Spezialfortbildung für Bergsteigen teilnehmen. Er hat in diesem Zusammenhang Anspruch auf Jugendurlaub und kann so zusätzliche bezahlte Urlaubstage erhalten.

Die Höchstdauer ist auf 60 Tage begrenzt und kann 20 Arbeitstage in 2 Jahren nicht überschreiten. Da die Dauer des Jugendurlaubs einer tatsächlich geleisteten Arbeitszeit gleichgestellt ist, bezieht Christophe weiterhin sein Gehalt. Der Staat erstattet dem Arbeitgeber das gezahlte Gehalt und die Arbeitgeberbelastung.

03 Förderungsfähige Aktivitäten

Weiterbildungen

  • Vom für die Jugend zuständigen Minister anerkannte Betreuerausbildungen
  • Internationale Schulungen oder Seminare, die im Rahmen des Programms "Erasmus + / Jugend in Aktion" von der Jugendabteilung des Europarats angeboten werden
  • Internationale Schulungen oder Seminare von internationalen Organisationen, bei denen vom für die Jugend zuständigen Minister anerkannte nationale Einrichtungen Mitglied sind
  • Betreuerausbildungen im kulturellen Bereich oder Sporttrainerausbildungen, wenn deren Ziel die Betreuung von Jugendlichen ist und sofern sie von einer Einrichtung anerkannt sind, die mit dem Minister für Kultur oder dem Minister für Sport eine Vereinbarung getroffen hat bzw. von einem von diesen beiden Ministern anerkannt ist

Erzieherische Aktivitäten

  • Ferienlager, Feriencamps oder sonstige Freizeitaktivitäten
  • Internationale Wettbewerbe, einschließlich der Vorbereitung auf diese Wettbewerbe
  • Musiklehrgänge, Orchestertourneen
  • Lehrgänge im kreativen Bereich
  • Sportveranstaltungen, Trainingslager, Turniere

sofern sie sich an Jugendliche richten und von einer der folgenden Stellen veranstaltet werden:

  • einer Einrichtung, die von dem für die Jugend, die Bildung, die Kultur, den Sport oder die Familie zuständigen Minister in Luxemburg anerkannt ist oder mit diesem eine Vereinbarung getroffen hat
  • einer Vereinigung, die Mitglied eines Verbands ist, der von dem für die Jugend, die Bildung, die Kultur, den Sport oder die Familie zuständigen Minister in Luxemburg anerkannt ist
  • einem öffentlichen Dienst, einer Grundschule oder einer weiterführenden Schule in Luxemburg
  • einem kommunalen Dienst in Luxemburg

04 Vorgehensweise

Der Antrag auf Jugendurlaub muss 1 Monat vor Beginn des beantragten Urlaubs beim Nationalen Jugenddienst vorliegen.

Hierzu muss der Arbeitnehmer:

  • das Formular herunterladen, den ihn betreffenden Teil ausfüllen und gegebenenfalls eine Kopie des Nachweises der Schulung im Bereich der Jugendarbeit beifügen,
  • die Stellungnahme seines Arbeitgebers zum Antrag einholen,
  • dem Veranstalter der betroffenen Weiterbildung oder Aktivität das Formular zuschicken. Dieser Veranstalter (Vereinigung oder Verband) bescheinigt mit seiner Unterschrift die Teilnahme des Antragstellers und muss dem Antrag das Programm hinzufügen,
  • das Formular an den Nationalen Jugenddienst schicken.

Dem Arbeitnehmer und dem Arbeitgeber wird die bewilligte Anzahl an Urlaubstagen per Post mitgeteilt. Nach der Weiterbildung/Aktivität muss er dem Arbeitgeber die Teilnahmebescheinigungen vorlegen.

Der Arbeitgeber muss:

  • eine Stellungnahme zum Antrag des Arbeitnehmers abgeben,
  • das Erstattungsformular herunterladen und ausfüllen und die verlangten Nachweise beifügen,
  • das vollständig ausgefüllte Formular zusammen mit den verlangten Nachweisen an den Nationalen Jugenddienst schicken.

Für Selbstständige und Freiberufler gilt die gleiche Vorgehensweise. Der Lohnzettel ist durch eine Einkommensbescheinigung zu ersetzen, die im letzten Beitragsjahr (vom 01.01. bis zum 31.12) als Grundlage gedient hat und bei der Zentralstelle der Sozialversicherungen beantragt werden kann.

Negative Stellungnahme des Arbeitgebers

Der Urlaub kann verschoben werden, wenn sich die beantragte Abwesenheit in erheblichem Maße negativ auf den Unternehmensbetrieb oder die reibungslose Organisation des bezahlten Jahresurlaubs des Personals auswirken könnte. 

05 Anzahl der Tage und Dauer

Ermittlung der Anzahl der Tage

  • Bei Inhabern eines Hilfsbetreuer- oder Betreuerscheins (oder einer gleichwertigen Qualifikation*) entsprechen die gewährten Tage für den Jugendurlaub der Dauer der Weiterbildung/Aktivität.
  • Bei Personen, die diese Kriterien nicht erfüllen und an einer Weiterbildung für die Organisation und Betreuung von Lehrgängen oder erzieherischen Aktivitäten für Jugendliche teilnehmen wollen, können nur 2/3 der für Jugendarbeit aufgewandten Tage durch einen Jugendurlaub abgedeckt werden.

Bruchteile von berücksichtigten Tagen werden auf die nächste ganze Zahl aufgerundet.

* dem (Hilfs-)Betreuerschein gleichgestellte Scheine

  • Spezielle Weiterbildungen:

    • Sport- und Freizeitbetreuer

    • Trainer mit Sonderausbildung für die Betreuung von Jugendlichen

    • Familienhelfer (Modul Kinder und Familie)

  • Berufliche Weiterbildungen im Erziehungsbereich:

    • Sozialpädagogik (éducateur/-trice gradué(e)), Erziehungswesen (éducateur/-trice diplômé(e))

    • Lehramt (Grundschule und weiterführend Schule)

    • Pädagogik

  • Im Ausland anerkannte Scheine:

    • Bafa (F)

    • Juleika (D)

Dauer

  • Die Dauer des Jugendurlaubs beträgt für jeden Anspruchsberechtigten im Laufe seines Berufslebens höchstens 60 Tage.

  • Während eines Zeitraums von 2 Jahren können höchstens 20 Tage Jugendurlaub gewährt werden.
  • Diese Urlaubstage müssen jeweils mindestens paarweise genommen werden, es sei denn, es handelt sich um eine Reihe aufeinander aufbauender jeweils nur eintägiger Kurse.

Bei Teilzeitbeschäftigten werden die Urlaubstage für Jugendurlaub im Verhältnis zur Arbeitszeit berechnet.

Der Jugendurlaub darf nicht im Anschluss an den gesetzlichen Jahresurlaub oder eine krankheitsbedingte Fehlzeit genommen werden, wenn die gesamte ununterbrochene Abwesenheit 3 Wochen überschreitet.

Während des Jugendurlaubs bleiben die gesetzlichen Bestimmungen in Sachen Sozialversicherung und Kündigungsschutz weiterhin in Kraft.

06 Ausgleichsentschädigung

Jeder bewilligte Urlaubstag, gewährt dem Arbeitnehmer Anspruch auf eine Ausgleichsentschädigung in Höhe seines durchschnittlichen, vom Arbeitgeber gezahlten, Tageslohns. Der Arbeitgeber streckt die Entschädigung vor und lässt sich vom Staat den Betrag der Entschädigung und den Arbeitgeberanteil an den Sozialabgaben erstatten.

Bei Selbstständigen und Freiberuflern wird die vom Staat gezahlte Ausgleichsentschädigung auf der Grundlage des Einkommens ermittelt, das für das letzte beitragspflichtige Geschäftsjahr als Bemessungsgrundlage für die Rentenversicherung gedient hat.

Die Ausgleichsentschädigung kann höchstens das Vierfache des sozialen Mindestlohns für nicht qualifizierte Beschäftigte betragen (8.194,16 €/Index 814,40 zum 1. August 2018).

 

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