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Sprachurlaub

Luxemburgischkenntnisse erwerben oder vertiefen

Arbeitnehmer, Selbstständige und Freiberufler können Sprachurlaub beantragen, d. h. bezahlten Sonderurlaub, der während der gesamten beruflichen Laufbahn bis zu 200 Stunden betragen kann, um die luxemburgische Sprache zu erlernen oder bereits vorhandene Luxemburgischkenntnisse zu vertiefen und so die Integration in die Gesellschaft zu erleichtern.

01 Einzelheiten

Um den Sprachurlaub in Anspruch nehmen zu können, müssen Arbeitnehmer unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • sie müssen üblicherweise an einem in Luxemburg gelegenen Arbeitsplatz beschäftigt sein,
  • sie müssen seit mindestens 6 Monaten per Arbeitsvertrag bei ein und demselben in Luxemburg ordnungsgemäß niedergelassenen Arbeitgeber beschäftigt sein.

Selbstständige und Freiberufler müssen seit mindestens 6 Monaten Mitglied bei der luxemburgischen Sozialversicherung sein.

Dieser Urlaub ist auch für ausländische Arbeitnehmer gedacht, die die luxemburgische Staatsangehörigkeit erwerben wollen und daher die Sprachzeugnisse benötigen, die laut dem Gesetz über die Staatsangehörigkeit erforderlich sind.

02 Beispiele

Mercedes, freiberufliche Ärztin, möchte Luxemburgischkurse belegen

Mercedes (45) arbeitet seit 6 Monaten in einer Gemeinschaftspraxis als freiberufliche Ärztin. Sie ist Spanierin und möchte sich an einem staatlichen Institut für Intensivkurse anmelden, um ihre Luxemburgischkenntnisse zu vertiefen.

Eine Kollegin macht sie auf den Sprachurlaub aufmerksam, durch den ihr bis zu 200 Stunden bezahlter Sonderurlaub zustehen. Mercedes, die der Ansicht war, dass nur Arbeitnehmer Anspruch auf diesen Urlaub haben, ist über diese gute Nachricht erfreut und stellt sofort ihren Antrag über das Online-Formular.

Donald wohnt in Luxemburg und möchte luxemburgischer Staatsangehöriger werden

Donald, ein 39-jähriger US-Bürger, arbeitet seit 10 Jahren in einem US-amerikanischen Unternehmen mit Sitz in Luxemburg. Da er auch in Luxemburg lebt, möchte er die luxemburgische Staatsangehörigkeit annehmen.

Hierzu muss er sich unter anderem einer mündlichen Prüfung in Luxemburgisch unterziehen. Er hat jedoch seitdem er in Luxemburg lebt, nie gelernt Luxemburgisch zu sprechen, aber ihm ist bekannt, dass er Anspruch auf Sprachurlaub hat.

Sein Arbeitgeber unterstützt ihn in seinem Vorhaben und stimmt dem Antrag zu. Nach bestandener Prüfung kann er beim Justizministerium die Erstattung der Anmeldegebühren für die mündliche Prüfung beantragen.

03 Förderungsfähige Weiterbildungen

Folgende Einrichtungen können in Luxemburg oder im Ausland förderungsfähige Luxemburgischkurse anbieten:

  • Einrichtungen, die den Status einer von den staatlichen Behörden anerkannten öffentlichen oder privaten Schule besitzen und von diesen Behörden anerkannte Zeugnisse ausstellen,
  • die Berufskammern,
  • die Gemeinden,
  • Stiftungen, natürliche Personen und private Vereinigungen, die nach Einzelfallentscheidung von dem für die Berufsbildung zuständigen Minister zu diesem Zweck zugelassen sind,
  • Ministerien, Behörden und öffentlich-rechtliche Anstalten.

Die Kurse müssen während der normalen Arbeitszeit stattfinden.

Weiterbildungsmaßnahmen, die aufgrund anderer rechtlicher Bestimmungen finanziert werden, sind nicht förderungsfähig.

04 Vorgehensweise

Anträge auf Sprachurlaub sind an das Ministerium für Arbeit, Beschäftigung sowie Sozial- und Solidarwirtschaft (Ministère du Travail, de l’Emploi et de l’Economie sociale et solidaire) zu richten, wobei sie bei Arbeitnehmern vom Arbeitgeber gegengezeichnet sein müssen. Die Anträge müssen dem Ministerium vor Beginn der Kurse vorliegen.

Dauer

Jedem Anspruchsberechtigten stehen im Laufe seines Berufslebens maximal 200 Stunden Sprachurlaub zu, die in jeweils zwei Teile von 80 bis 120 Stunden aufgeteilt werden müssen.

Der Urlaub kann in Teilen genommen werden. Die Mindestdauer beträgt eine halbe Stunde pro Tag.

Nur wenn der erste Teil der Weiterbildung mit einem Diplom oder einer sonstigen Bescheinigung über das Bestehen des Kurses abgeschlossen oder durch eine Teilnahmebescheinigung nachgewiesen wird, kann der zweite Teil begonnen werden.

Bei Teilzeitbeschäftigten werden die Urlaubsstunden im Verhältnis zur Arbeitszeit berechnet.

Während des Sprachurlaubs bleiben die gesetzlichen Bestimmungen in Sachen Sozialversicherung und Kündigungsschutz weiterhin in Kraft.

Vorgehensweise

Für jeden Teil gilt dieselbe Vorgehensweise.

Der Arbeitnehmer muss:

  • das Antragsformular herunterladen und ausfüllen,
  • die Stellungnahme seines Arbeitgebers zum Antrag einholen, 
  • dem Ministerium für Arbeit, Beschäftigung sowie Sozial- und Solidarwirtschaft das ordnungsgemäß ausgefüllte Formular zusammen mit den erforderlichen Nachweisen (Arbeitsvertrag, Anmeldebestätigung, Sozialversicherungsnachweis, Zeiten und Dauer der Kurse usw.) übersenden. 

Dem Arbeitnehmer wird die ihm zustehende Anzahl an Urlaubsstunden per Post mitgeteilt. Nach der Weiterbildung muss er dem Arbeitgeber die Teilnahmebescheinigungen vorlegen.

Der Arbeitgeber muss:

  • eine Stellungnahme zum Antrag des Arbeitnehmers abgeben,
  • das Formular für den Rückerstattungsantrag herunterladen und ausfüllen und die verlangten Nachweise beifügen (Teilnahmebescheinigung(en) mit Teilnahmequote, Lohnzettel für den entsprechenden Zeitraum mit Angabe des tatsächlich genommenen Urlaubs, Arbeitgeberbescheinigung mit Angabe des jeweiligen genauen Datums des tatsächlich genommenen Urlaubstages, Nummer der ministeriellen Genehmigung usw.),
  • das ordnungsgemäß ausgefüllte Formular zusammen mit den verlangten Nachweisen an das Ministerium für Arbeit, Beschäftigung sowie Sozial- und Solidarwirtschaft übersenden.

Für Selbstständige und Freiberufler gilt die gleiche Vorgehensweise. Lediglich die Formulare und verlangten Nachweise sind unterschiedlich.

Stellungnahme des Arbeitgebers

Der Urlaub kann:

  • vom Arbeitgeber genehmigt werden,
  • vom Arbeitgeber verschoben werden, wenn die Abwesenheit sich in erheblichem Maße negativ auf den Unternehmensbetrieb oder die reibungslose Organisation des bezahlten Jahresurlaubs des Personals auswirken könnte.

05 Ausgleichsentschädigung

Jeder bewilligte Urlaubstag, gewährt dem Arbeitnehmer Anspruch auf eine Ausgleichsentschädigung in Höhe seines durchschnittlichen vom Arbeitgeber gezahlten Stundenlohns. Der Arbeitgeber streckt die Entschädigung vor und lässt sich vom Staat 50 % des Betrags der Entschädigung und 50 % des Arbeitgeberanteils an den Sozialabgaben erstatten.

Bei Selbstständigen und Freiberuflern ist die vom Staat gezahlte Ausgleichsentschädigung auf 50 % des auf der Grundlage des Stundensatzes, der für das letzte beitragspflichtige Geschäftsjahr als Bemessungsgrundlage für die Rentenversicherung gedient hat, ermittelten Betrags festgesetzt.

Die Ausgleichsentschädigung kann das Vierfache des sozialen Mindestlohns für nicht qualifizierte Beschäftige betragen (46,21 €/Index 794,54 zum 1. Januar 2017).

 

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