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Das Weiterbildungsangebot

Im Jahr 2016 machen private Anbieter 84% der Weiterbildungsanbieter auf dem luxemburgischen Markt aus. Nahezu drei Viertel der Strukturen zählen weniger als fünf Arbeitnehmer. Die Hälfte der privaten Anbieter sind ausschließlich oder hauptsächlich in der Weiterbildung tätig und beschränken ihre Weiterbildungstätigkeit allein auf Luxemburg. Private Anbieter messen der Mund-zu-Mund-Propaganda weiterhin große Bedeutung bei. Das Internet bleibt der meistgenutzte Werbekanal. Die Präsenz in sozialen Netzwerken (Facebook, LinkedIn usw.) ist entscheidend.

Die verwendeten Daten stammen aus einer wiederkehrenden Umfrage, die das Observatorium der Weiterbildung alle drei Jahre bei den Weiterbildungsanbietern in Luxemburg durchführt.

Struktur des Weiterbildungsangebots

Der luxemburgische Ausbildungsmarkt gliedert sich in mehrere Kategorien von Weiterbildungsanbietern:

  • private Anbieter,
  • institutionelle/sektorbezogene Anbieter,
  • gemeinnützige Vereinigungen.

Für das Jahr 2017 sind 1.205 Kontakte erfasst. Im Rahmen der Umfrage wurden 441 in Luxemburg tätige Weiterbildungsanbieter gezählt, darunter 373, die bereits im Jahr 2016 Weiterbildungen angeboten haben. Die 25 Anbieter, die im Jahr 2017 gegründet wurden, sowie die 43 Anbieter, welche die Fragen zu ihren Weiterbildungspraktiken nicht beantwortet haben, fallen nicht unter die Umfrage.

Im Jahr 2016 gehören mehr als vier von fünf Weiterbildungsanbietern (84%) dem privaten Sektor an.

Private Anbieter verfügen durchschnittlich über acht bis neun Jahre Erfahrung im Weiterbildungsbereich. Die Hälfte von ihnen hat ihre Weiterbildungstätigkeit nach 2011 und ein Drittel zwischen 2014 und 2016 aufgenommen. Strukturen mit weniger als fünf Arbeitnehmern sind unter den privaten Anbietern am zahlreichsten vertreten (73%). Insbesondere 32% von ihnen haben gar keine Arbeitnehmer. Die Hälfte der privaten Anbieter sind ausschließlich (15%) oder hauptsächlich (35%) in der Weiterbildung tätig. Sie gehören meist zu den Strukturen mit weniger als fünf Arbeitnehmern.

Bei 39% der privaten Anbieter mit mindestens einem Arbeitnehmer ist mehr als ein von zwei Arbeitnehmern Weiterbildner. Dieser Anteil steigt bei den kleinsten Strukturen (49%) und bei denjenigen, die ausschließlich oder hauptsächlich in der Weiterbildung tätig sind (64%). Die Hälfte der privaten Anbieter nehmen die Dienstleistungen externer Weiterbildner in Anspruch (51%). Die größten Strukturen beanspruchen noch mehr externe Weiterbildner: 79% derjenigen mit 20 und mehr Arbeitnehmern.

Der Anteil privater Anbieter mit mindestens einem Kursraum beläuft sich auf 56%. Die Hälfte der privaten Anbieter geben an, für ihre Weiterbildungstätigkeit Räumlichkeiten angemietet zu haben.

Die Hälfte der privaten Anbieter (49%) beschränken ihre Weiterbildungstätigkeit allein auf Luxemburg. Bei 20% der privaten Anbieter ist der geografische Tätigkeitsbereich mit der Großregion identisch. Die anderen Anbieter übernehmen auch jenseits der Grenzen der Nachbarregionen Luxemburgs Weiterbildungsmaßnahmen: 17% beschränken ihr Einzugsgebiet allein auf europäische Länder, und 14% sind auch außerhalb Europas tätig.

In Sachen Geschäftsstrategie der privaten Anbieter bleiben die Mund-zu-Mund-Propaganda (74%) und das persönliche Treffen (62%) der an Weiterbildungen Interessierten die wichtigsten Kommunikationsmittel, die für die Vermarktung von Weiterbildungen eingesetzt werden. Der geschäftliche Erfolg privater Anbieter beruht ebenfalls auf der Nutzung des Internets und sozialer Netzwerke. Private Anbieter messen ihrer Internetseite (58%) und der Werbung per E-Mail (57%) große Bedeutung bei. Für mehr als die Hälfte der privaten Anbieter (54%) ist ihre Präsenz in sozialen Netzwerken (Facebook, LinkedIn usw.) entscheidend.

Eine marginale Bedeutung wird zahlungspflichtigen Werbemitteln beigemessen. Der Kauf von Online-Werbeflächen gehört zu den von nur 13% der privaten Anbieter meistgenutzten Kommunikationsmitteln. Sie stützen sich ebenfalls kaum auf gedruckte Presse (10%) und Radio/Fernsehen (2%).

Umfrage 2017 - Kasten private OF 2016 vs 2013

Wahrnehmung der Qualität seitens der Weiterbildungsanbieter

Die Dienstleistungskapazität bezeichnet das Vermögen einer Dienstleistung, mittels ihrer Merkmale den verschiedenen Bedürfnissen ihrer Nutzer oder Verbraucher zu entsprechen (Afnor-Definition). Aus Sicht der Weiterbildungsanbieter handelt es sich bei der Inanspruchnahme qualifizierter Weiterbildner (81%), der regelmäßigen Aktualisierung der Weiterbildungsinhalte (65%), der Berücksichtigung der finalen Beurteilung durch die Kursteilnehmer (60%) und der Flexibilität der Organisationsformen der Weiterbildungen (54%) um die wichtigsten Merkmale, denen für die Ermittlung der Qualität einer Weiterbildungsmaßnahme Rechnung zu tragen ist.

Fast acht von zehn Weiterbildungsanbietern (78%) erklären, Verfahren für die Verwaltung und Kontrolle der Weiterbildner eingerichtet zu haben. Institutionelle/sektorbezogene Anbieter und gemeinnützige Vereinigungen sind bei der Auswahl der Weiterbildner (91% bzw. 72%) und deren Beurteilung durch die Kursteilnehmer (77% bzw. 59%) besonders sensibel.

Fast neun von zehn Weiterbildungsanbietern (87%) geben an, Verfahren für die Verwaltung und die Kontrolle der Weiterbildungsinhalte eingerichtet zu haben. Die regelmäßige Anpassung der Inhalte an den Marktbedarf (72%), die Kontrolle und Aktualisierung der Lehrmittel (65%) und die Beschreibung der Weiterbildungsziele und Kompetenzen (62%) sind prioritär.

Die Gewährleistung der fachlichen Kompetenzen der Weiterbildner (44%) und die Stärkung der Vertrauenswürdigkeit der Struktur (44%) zählen, einschließlich der Anpassung der Pädagogik an das Profil der Kursteilnehmer (46%), zu den wichtigsten Vorteilen, welche nach Ansicht der Weiterbildungsanbieter aus einem qualitätsorientierten Ansatz gezogen werden können.

Zeitmangel (53%) sowie fehlende Mitarbeiter (30%) und finanzielle Mittel (27%) gehören zu den Haupthindernissen für die Verfolgung eines qualitätsorientierten Ansatzes. 28% der Weiterbildungsanbieter sind der Ansicht, dass die Rendite aus einem qualitätsorientierten Ansatz schwer zu beurteilen ist.

Praktiken der Weiterbildungsanbieter

Im Jahr 2016 arbeiten die meisten Weiterbildungsanbieter maßgeschneiderte, den spezifischen Bedürfnissen ihrer Kunden angepasste Weiterbildungsprogramme aus. Insgesamt geben 94% der Weiterbildungsanbieter maßgeschneiderte Weiterbildungen und 57% Standardweiterbildungen. Unternehmensinterne Standard- und maßgeschneiderte Weiterbildungen werden von den Kunden viel öfter angefragt als unternehmensübergreifende Standardweiterbildungen (84% gegenüber 16%). 39% der Weiterbildungsanbieter ergänzen ihre Weiterbildungstätigkeit durch Beratungs-, Prüfungs- oder Forschungsdienstleistungen, und 24% von ihnen bieten Kompetenzbilanzleistungen an.

Die von den meisten Weiterbildungsanbietern abgedeckten Weiterbildungsfelder sind weiterhin "Persönliche und berufliche Weiterentwicklung" (44%) und "Unternehmensführung, Personalwesen" (37%). Das breiteste Angebot weisen die institutionellen/sektorbezogenen Weiterbildungsanbieter auf. 32% sind auf ein Feld spezialisiert, und 41% decken vier Felder oder mehr ab. Das Weiterbildungsangebot von gemeinnützigen Vereinigungen und privaten Anbietern ist zielgerichteter: 38% sind auf ein Feld spezialisiert, und 19% bzw. 26% decken vier und mehr Felder ab.

Die meisten Weiterbildungsanbieter (80%) bieten Weiterbildungen in mehr als einer Sprache an. Mehr als neun von zehn Weiterbildungsanbietern (93%) geben Weiterbildungen in französischer Sprache. Luxemburgisch gehört zu den drei Sprachen, die zusammen mit Französisch und Englisch im Rahmen von Weiterbildungen am meisten verwendet werden. E-Learning-Weiterbildungen betreffen 26% der Weiterbildungsanbieter. Sie werden am häufigsten zusätzlich zu Weiterbildungen mit Anwesenheitspflicht angeboten (78%). Eine Bescheinigung über die Teilnahme an der Weiterbildung wird in der Regel ausgestellt. Fast neun von zehn Weiterbildungsanbietern (87%) stellen solche Teilnahmebescheinigungen aus.

Weiterbildungsanbieter bilden vorwiegend Geschäftsführer, leitende Angestellte und Arbeitnehmer des privaten Sektors weiter (92%), insbesondere aus Unternehmen, die in den Sektoren "Finanz- und Versicherungsaktivitäten" (60%), "Industrie" (48%) und "Information und Kommunikation" (42%) tätig sind. Drei von zehn Weiterbildungsanbietern geben Weiterbildungen für Arbeitsuchende. Privatpersonen, die ihre Weiterbildungen selbst finanzieren, besuchen die Kurse der Hälfte der Weiterbildungsanbieter (51%). 

Umfrage 2017 - Kasten Praktiken OF 2016 vs 2013

Bilanz und Perspektiven

Im Jahr 2016 lag der Jahresumsatz mit der Weiterbildungstätigkeit bei 61% aller Weiterbildungsanbieter unter 50.000 Euro. Bei 10% lag er über 500.000 Euro.

Die Verteilung der Einnahmen variiert entsprechend der Art, der Größe und dem Gewicht der Weiterbildungstätigkeit.

Mehr als sieben von zehn privaten Anbietern (78%) und gemeinnützigen Vereinigungen (73%) erzielen weniger als 100.000 Euro an Jahreseinnahmen. 45% der institutionellen/sektorbezogenen Anbieter erzielen über 499.999 Euro. Letztere fassen 38% der weitergebildeten Personen zusammen und decken 38% aller geleisteten Weiterbildungsstunden ab.

Mehr als ein Drittel der Weiterbildungsanbieter mit 20 und mehr Arbeitnehmern (34%) nehmen über 500.000 Euro ein. Die Einnahmen der meisten Strukturen ohne Arbeitnehmer (85%) liegen unter 50.000 Euro. Handelt es sich bei der Weiterbildung um eine Nebentätigkeit, weisen 74% der Weiterbildungsanbieter einen Jahresumsatz von weniger als 50.000 Euro und 4% über 499.999 Euro im Zusammenhang mit dieser Tätigkeit auf. Ist die Weiterbildung dagegen ihre ausschließliche oder hauptsächliche Tätigkeit erzielen höchstens 49% weniger als 50.000 Euro und 17% über 499.999 Euro.

Wenige Weiterbildungsanbieter halten die Zukunft kurz- oder mittelfristig für unsicher. Kurzfristig sind für das Jahr 2017 7% von ihnen unsicher, was die Entwicklung ihres Umsatzes anbelangt. Mittelfristig, d . h. über einen Horizont von drei Jahren (2017-2019), betrifft die Unsicherheit hinsichtlich der Entwicklungsperspektiven der Einnahmen nur 11% der Weiterbildungsanbieter.

Die Weiterbildungsanbieter sind eher mittelfristig als kurzfristig optimistisch: 56% sind der Ansicht, dass ihr Umsatz im Zeitraum 2017-2019 steigen wird, gegenüber 44% für das Jahr 2017.

Umfrage 2017 - Kasten Bilanz und Perspektiven 2016

 

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